Schloss Liebieg in Gondorf

Ritter Marsilius von Gondorf, Schultheiß in Trier und Münstermaifeld, ließ die Burg vermutlich zwischen 1255 und 1272 errichten.

Nach der Verstaatlichung der Burgruine Ende des 18. Jahrhunderts durch die französische Verwaltung, gelangte die Anlage über den Versteigerungsweg an den Koblenzer Kaufmann Haßlacher und 1830 an den Koblenzer Bankier Simon Clemens. Johann Peter Clemens ließ sich das Schloss 1859/60 von dem Kölner Architekten Vincenz Statz zu einem neugotischen Landsitz umbauen. Um 1900 wurde von der Familie von Liebieg ein neuromanischer Anbau hinzugefügt.

Die Tochter Angelika des Bankiers hatte 1879 den aus Reichenberg in Böhmen stammenden Freiherrn und Reichsrat Theodor von Liebieg geheiratet. Damit kam die sogenannte Niederburg an die Familie von Liebieg und erhielt später deren Namen. Ende des 19. Jahrhunderts, unter der Leitung seines jüngeren Bruders Heinrich war das Unternehmen von u.a. Textil-, Porzellan-, Chemie- und Maschinenbaufabriken das größte der habsburgischen Donaumonarchie. Die 1868 geadelten Liebiegs gehörten zu den sehr reichen Familien Europas und sind als Kunstsammler und Mäzene bekannt geworden.

 

Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der Familie von Liebig, besonders der Enteignung ihrer Besitzungen in der ehemaligen Tschechoslowakei, war das Schloss wechselnden Verwendungen unterworfen.

 

Seit Anfang der 1990er Jahre ist das Schloss in Privatbesitz und wird für Veranstaltungen, sowie die Präsentation von Antiquitäten, modernen Möbeln und Kunst usw. genutzt.

 

Die im Park 1892 entstandene Kapelle diente ursprünglich als Grablege der Familie von Liebieg. 2010 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die Untersagung des Abrisses der eigentumsrechtlich ausgegliederten Schlosskapelle aus Gründen des Denkmalschutzes rechtmäßig sei.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Liebieg

Fotografien: Christiane von der Burchard- Hobe und

Roland Grisar

 

© Clemens Breme