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Cord v. Hobe schrieb 1975 folgendes:

Bis zum Jahre 1593 haben die Ländereien zum Gute Rundhof, ab 1593 zu Düttebüll, gehört. Besitzer waren meist die Rumohr.

1615 kam es zur Erbteilung unter den Söhnen des Detlev Rumohr. Der Sohn Schack bekam Ohrfeld. Damals gehörten zu dem Erbe nicht nur das "Aussenfeld" dän. Udmark, später Ohrfeld, sondern auch Koppelheck, Niesgraugaard, Stausmark und weitere Parzellen, wie Mühlenkoppel, sowie Ländereien im Kirchspiel Steinberg und Quern.

Um 1615 wurde das Gut Kronsgaard abgebrochen und die Baumaterialien, vor allem das Wohnhaus, nach Ohrfeld gebracht und, neu errichtet. Man kann heute noch an den alten Klostersteinen sehen, dass das Herrenhaus aus dieser Zeit stammt.

Schack Rumohr besass auch noch das Gut Olpenitz. Er starb 1643. Sein Sohn Hans erbte beide Güter, wurde aber 1662 vom dänischen König eingesperrt. 1663 kaufte sein Vetter Hans von Rundhof Ohrfeld. Nach seinem Tode 1673 war sein Sohn Henning Besitzer, gestorben 1715. Sein ältester Sohn Christian August setzte die Rundhofer Linie fort. Der jüngere Sohn Friedrich, Landrat und Capitain, erhielt Ohrfeld. Bei seinem Tode 1743 vermachte er das Gut seinem Neffen Henning von Rundhof. Dieser verkaufte das Gut 1773 an den Kanzleirat Hans Ludwig Hansen auf Öhe.

 Henning hatte wohl grosse wirtschaftliche Sorgen, denn er hatte schon Niesgraugaard, Öhe und andere Ländereien ab 1765 verkauft und sehr früh die Leibeigenschaft aufgehoben.

 1776 verkaufte der Kanzleirat Hansen bereits Mühlenkoppel an den Bauern Jacob                             Vorderansicht alt
Suder in Schnabe. Dieser hat 1826 die neuen Gebäude in Mühlenkoppel errichtet.

Seine Namenszüge stehen über der Haustür. Nachfolger von H. L. Hansen auf Ohrfeld, die Zeiten waren damals für die Landwirtschaft recht schwierig, wurde Matthias Nissen, der aber schon 1812 Konkurs machte und das Gut an Georg Hansen verkaufte. Von diesem erwarb es der berühmte Dänenführer Etatsrat Moritz Hagemann, auf dessen Tätigkeit ich schon hingewiesen habe.

Auch Mühlenkoppel wechselte den Besitzer. Von Herrn Suder kam der Hof auf die Famiie  Claus Peter Hansen. Die Hansens hatten wohl fünf Söhne, die alle in irgendwelche grossen Höfe in Angeln einheirateten, was der Vater Claus Peter mit grossem Geschick verstand.

Am 1. Mai 1861 verkaufte Hansen den Besitz an Herrn Ludwig Lohse aus Rendsburg, der im Schleswig­Holsteinischen Krieg 1848/5o Armeelieferant war. Den Krieg hatte man verloren, aber Herr Lohse war dabei reich geworden und schenkte den Hof seinem Sohn Adolph von Südensee. Adolph starb 1874. Seine Tochter Emma schenkte uns den Kaufbrief.

 1874 kaufte der Besitzer von Ohrfeld, Hauptmann Aschenfeld, Mühlenkoppel von der Witwe Lohse. So wurde Mühlenkoppel wieder mit Ohrfeld vereinigt.

 Hauptmann Aschenfeld hatte Ohrfeld 1872 von seinem Schwiegervater Kellinghusen, Bürgermeister der Stadt Hamburg, als Mitgift bekommen, "Man" zog damals auf Land, allerdings die Familie Aschenfeld nur drei Monate im Sommer. Das Gut wurde verpachtet und für den Pächter ein Pächterhaus gebaut. Während das Gut noch 1840  769 Einwohner in 138 Familien hatte, waren es um diese Zeit nur noch 41 Einwohner, allerdings stand damals noch ein Wirtshaus im Meierhofsgarten                 Hinteransicht alt
den neuen Häusern gegenüber.

Auch das Gefängnis im Pächterhaus im Weltkrieg I für die Gefangenen benutzt, war noch vorhanden. 1908 kaufte mein Grossvater Bertram Freiherr von Hobe Ohrfeld und Mühlenkoppel für seinen Sohn Bertram. Meine Mutter schoss aus ihrer reichlichen Mitgift über 100.000 Goldmark zu. Nach Pachtbeendigung 19o9 zogen meine Eltern nach Ohrfeld, Mühlenkoppel blieb bis 1919 verpachtet. Mein Vater blieb trotz schwieriger Zeiten und neun Kindern 52 Jahre Besitzer. Das ist wohl die längste Zeit, dass Ohrfeld in einer Hand war.

1923 wurde Mühlenkoppel aus steuerlichen Gründen und zur Sicherheit abgeteilt und auf meinen Namen überschrieben. Ich habe es dann am 1.Juli 1973, also nach 50 Jahren auf meinen Sohn Cord übertragen, um den Besitz zusammenzuhalten, denn nur grössere Betriebe können heute überleben. In der langen Geschichte der Hobes haben wir erlebt, wohin die Teilung und der Verkauf des Landbesitzes führen, nämlich zur Entwurzelung und zum Aussterben der Familie.

Beim Tode meines Vaters 196o hatte ich Ohrfeld geerbt und vertrauend in die Tüchtigkeit meines ältesten Sohnes und seiner Frau im Jahre 1963 an diesen abgegeben.

 

Zusatz Clemens Breme im Dezember 2007:

Mittlerweile ist das Gut Ohrfeld in die nächste Generation an Dietrich und Friederike von Hobe
übergeben worden.

 

 

Ohrfeld heute: